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Voodoo Jürgens

Container Concerts #16 mit Voodoo Jürgens – Solo

Voodoo Jürgens – Solo

Erzähle eine Kindheit in vier Zeilen. Packe ein Leben in eine Handvoll Strophen. Wenn das in Österreich jemand kann, dann ist das Voodoo Jürgens. Sein Auftauchen in der heimischen Popmusik-Welt vor fast sechs Jahren war eine kleine Sensation. Mit „Heite grob ma Tote aus“, seiner Hymne auf einen Ausnahmetag, landete er 2016 einen Überraschungshit. Das dazugehörige  Debutalbum „Ansa Woar“ stieg auf Platz 1 in die österreichischen Albumcharts ein und machte Voodoo Jürgens sofort auch in Deutschland bekannt.
Die Liebe zum Morbiden und Abseitigen, die österreichischen Musiker*innen vor allem in den Nachbarländern gerne attestiert wird und die Voodoo Jürgens’ Werk auch wirklich durchzieht, war in dieser Debütsingle bereits ebenso enthalten wie sein doppelbödiger Humor.

Voodoo Jürgens erzählt ernste Geschichten mit Augenzwinkern, vor allem aber mit Liebe und Respekt, und zwar auch dann, wenn ihre Protagonisten eher zwielichtige Gesellen sind. Der Rickerl aus „Gitti“ drückt sich vor den zu zahlenden Alimenten und taucht regelmäßig unter; auf Album Nummer 2, „‚S klane Glücksspiel“, bringt der Taxler Andl diverse Nachtschwärmer auf zweifelhafter Mission durch die Nacht. Später ergeht ein Auftrag über das Schmuggeln einer „Roden Sporttoschn“ aus einem Spind im Wiener Jörgerbad in ein Flugzeug („Waunst amoi drinsitzt, kaun da nix mehr passiern“), und ein Fertigteilhaus am Stadtrand wird zum Symbol für ein verpatztes Leben nach einem One-Night-Stand („Scheidungsleichen“).
Die Lieder auf den reinen Inhalt ihrer Geschichten zu reduzieren, nähme ihnen allerdings die Seele. Voodoo Jürgens begegnet der Welt, die sich oft so brutal zeigt, mit allergrößter Zärtlichkeit. Wenn die Gegensprechanlage eines Hauses zum Sprachrohr zweier Liebender wird („Heast, wir zwa san a Paarl, do kennt si kana aus, des ane mecht i scho sogn, I bin froh, dass i di hob“), sieht man das Hin und Her, die Trinkeskapaden und Entschuldigungszyklen der beiden förmlich vor sich; dasselbe  gilt für die verpasste Romanze am „Eislaufplotz“ oder die zwei toten Haustierfliegen am „Fenstabrettl“ („Schau, wies liab de Haxn in die Hee streckt“).
In ihren allerschönsten Momenten ist Voodoo Jürgens’ Musik ein Angebot an die Zuhörerschaft.

(Katharina Seidl)

https://voodoojuergens.com/

Datum

13 Mai 2022

Uhrzeit

19:00

Preis

€15.00

Ort

FreuRaum
Fanny-Elßler-Gasse 3 7000 Eisenstadt Österreich
Kategorie

Veranstalter

Thomas Pronai
E-Mail
thomas.pronai@bnet.at
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